Wie im Vorjahr wurde auch in diesem Jahr eine Exkursion von Prof. Franz-Josef Behr und Michael Paulmann (Fachgruppe Vermessung und Geoinformatik) organisiert. Das interessante Programm dieser vier Tage führte uns über die Weltkulturerbestadt Bamberg (Bayern/Oberfranken), nach Seßlach (Bayern, Lkr. Coburg) und Ummerstadt (Thüringen, Lkr. Hildbrughausen) zur Dorferneuerung und Entwicklung des ländlichen Raums sowie zu den vermessungstechnischen Aufgaben innerhalb einer Talsperre in Pöhl (Sachsen) und zum Tagebau nach Profen (Sachsen-Anhalt).
So trafen sich am Dienstagmorgen, den 24.05.2016, motivierte Studenten und ihre Betreuer zur Abfahrt nach Bamberg. Das erste Etappenziel war die Weinbergkapelle „Vierzehn-Nothelfer“ in Oberschwarzach. Nach einer Besichtigung und einer kleinen Stärkung (zubereitet durch Herrn Paulmann) ging es nach Bamberg weiter. Die Bamberger Altstadt wurde im Jahr 1993 zum Weltkulturerbe ernannt. Prof. Behr, der dort zur Schule gegangen war, führte uns durch die Altstadt und machte uns neben den vielen Sehenswürdigkeiten (Bamberger Dom, die Staatsbibliothek, das alte Rathaus und vieles mehr) auch mit typischen Bamberger Spezialitäten, wie das Bamberger-Hörnla und das Rauchbier, vertraut.

Am Mittwoch war der Besuch der Städte Seßlach und Ummerstadt geplant. In Seßlach wurden wir von Bürgermeister Martin Mittag empfangen, der uns über die dortigen umfangreiche Ortsrenovierungen und Pflegemaßnahmen des ländlichen Raums informierte. Des Weiteren führte er uns durch „seine“ Stadt, die für mehrere Häuser die „schwarze Rose“ (d.h. eine Anerkennung für die geleisteten Arbeiten bei einer Hausrestaurierung) des Landkreises Coburg Bayern erhalten hatte. Deshalb wird Seßlach auch die „Perle im Coburger Land“ genannt.
In Ummerstadt, der zweitkleinsten Stadt Deutschlands mit ca. 500 Einwohnern, empfing uns die Bürgermeisterin Christine Bard. Sie zeigte uns die dortigen Ortsrenovierungen, führte uns durch die Altstadt und erläuterte die Geschichte der Stadt.

Fachwerkbauten säumen die Straßen von Ummerstadt.

Die beiden Städte haben nicht nur die Dorfentwicklung gemeinsam, sondern waren auch Drehorte des weltbekannten Filmes „Luther“. Zum Abschluss dieses Tages besuchten wir das Zweiländermuseum Rodachtal, das über die Geschichte der Region Franken und Thüringen von ca. 1900 bis in das 21. Jahrhundert berichtet und die Veste Heldburg.
Der nächste Tag war für die Talsperre in Pöhl reserviert. Bei der Talsperre bekamen wir zuerst eine Führung des Werksleiters, Herrn Becke, der uns allgemeines über die Talsperre erläuterte. Der Vermessungstechnische Leiter der Talsperre, Herr Fleischhauer, erklärte uns detailreich die Vermessungstechnischen Aufgaben vor Ort. Unter anderem die Anwendung von Inklinometermessungen, Druckmessungen des Wasserstandes und Pendellotmessungen.
Pendellot

Am Abend ging es weiter in einen Hochseilgarten, in dem die Teambildung im Vordergrund stand und ein guter Ausklang des Tages war.
Der letzte Tag führte die Gruppe zum Tagebau Profen der Mitteldeutschen Braunkohlegesellschaft (MIBRAG mbH). Dort kamen wir erstmals mit den vermessungstechnischen Aufgaben eines Tagebaus in Berührung. Der Leiter des Markscheidewesens der MIBRAG hatte mit seinen Mitarbeitern für uns eine Fahrt durch den Tagebau und Präsentationen über die dazugehörigen Vermessungsarbeiten vorbereitet. Die Deformationsmessungen in Hangrutschungsgebieten und auch Maschinensteuerungen für die riesigen Schaufel- und Eimerbaggern wurden theoretisch und praktisch vorgestellt.

Besuch im Tagebau Profen

Besuch im Tagebau Profen


Nachmittag und Abend waren mit der Rückfahrt nach Stuttgart ausgefüllt. Eine Fahrt mit vielen Eindrücken und Erfahrungen bleibt uns im Gedächtnis.