Nahezu mehrmals täglich trudeln Einladungen in mein E-Mail-Postfach ein, die mich auffordern, einen Beitrag zu publizieren, eine Konferenz zu besuchen oder als Reviewer den Wissenschaftsbetrieb zu unterstützen. Oftmals ist schon das Format der Nachricht aufschlussreich genug, erinnert an Spam und gebrochene Fremdsprachenkenntnisse.
„Fake Academia“ nennt die New York Times in ihrem lesenswerten Artikel eine universitäre Schattenwelt, die sich rasant ausbreitet.
Wie Die Zeit vermeldet haben Leopoldina, die französische Académie des Sciences und die britische Royal Society jetzt gemeinsame Leitsätze für hochwertige Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften formuliert und dem EU-Kommissar für Forschung, Wissenschaft und Innovation, Carlos Moedas, vorgestellt. Zusammenfassend wird festgestellt:

Die Auswahl und Redaktion der eingereichten Beiträge sollten ausnahmslos von anerkannten Wissenschaftlern koordiniert und überwacht werden. Verantwortlicher Herausgeber sollte ein bedeutender Wissenschaftler sein, der durch ein wissenschaftliches Beratergremium unterstützt wird. Bezüglich der Auswahl der Artikel empfehlen die Akademien, hauptsächlich auf wissenschaftliche Qualität, methodische Strenge und statistische Belastbarkeit zu achten, anstatt auf den Sensationswert eines Artikels , der bei einigen populären Wissenschaftszeitschriften ein wesentliches Kriterium ist.

In diesem Zusammenhang erinnere ich an die Denkschrift „Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft.