Raumbezogene Informationen insgesamt nehmen eine zunehmend wachsende Bedeutung zur Beurteilung unserer Umwelt ein. Mit Schwerpunkt auf Fernerkundungsdaten wurde bereits 2006 von der UN- Vollversammlung die Organisation „United Nations Platform for Space-based Information for Disaster Management and Emergency Response“ (verständlicherweise abgekürzt: UN SPIDER) gegründet. Ihr Auftrag lautet: „Ensure that all countries and international and regional organisations have access to and develop the capacity to use all types of space-based information to support the full disaster management cycle.”

Eine der Kernaktivitäten des UN SPIDER-Programms ist es, UN-Mitgliedsstaaten in technischen Fragen in Form von Technical Advisory Missions (TAM) zu unterstützen. Ein Team internationaler Experten trifft dabei mit anderen UN-Organisationen, wesentlichen Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen, die mit Aufgaben des Notfallmanagements betraut sind sowie auch mit Unternehmensvertretern zusammen, um vertieft über die Situation in der Vorbeugung von und im Umgang mit Notsituationen zu sprechen. Auf dieser Grundlage werden Empfehlungen entwickelt, wie Erdbeobachtungsdaten und Geodaten insgesamt zum erfolgreichen Umgang mit solchen Gefährdungen beitragen können.

During such missions, a team of international experts assembled meets with key disaster management authorities in the Government, local United Nations agencies, other regional and international organisations/initiatives as well as private entrepreneurs when relevant to discuss disaster management practices in depth and to make recommendations to improve the use of space-based information in that domain.

Durch mehrjährige Kontakte zu UN SPIDER in Wien wurde ich im November 2019 von Lorant Czaran (Head of Mission, UNOOSA/UN-SPIDER, Austria) für eine Woche eingeladen, an einer solchen UN Mission auf Einladung der Regierung von Zimbabwe teilzunehmen. Das Team wurde geleitet von Lorant Czaran, Mitarbeiter des Büros der Vereinten Nationen für Weltraumfragen, UN OOSA), je ein weiteres Mitglied kam aus Kenia und Frankreich. Ich konnte meine Erfahrungen in der Fernerkundung, aber auch im Zusammenhang mit Standards und Geodateninfrastrukturen einbringen.

Das UN SPIDER Team trifft den für Zimbabwe zuständigen UN-Koordinator, BishowParajuli (Bildmitte) (Quelle: https://twitter.com/BishowParajuli)

Das UN SPIDER Team trifft den für Zimbabwe zuständigen UN-Koordinator, BishowParajuli (Bildmitte) (Quelle: https://twitter.com/BishowParajuli)

Zimbabwe ist eines der Länder südlich der Sahara, die von einer ganzen Reihe von überwiegend natürlichen Katastrophen betroffen sind, wie Dürreperioden, Hochwasser, Stürme und Seuchen für Menschen, Tiere und landwirtschaftliche Produkte. Daneben kämpft das Land mit großen wirtschaftlichen Problemen, die ich auch ganz hautnah zu spüren bekam: Das Land hat keine eigene Währung und verwendet US Dollar, alle Geldautomaten sind außer Betrieb und Kreditkarten werden kaum akzeptiert.

Als zentrale Stelle muss das „Department of Civil Protection des Ministry of Local Government, Public Works & National Housing“ alle katastrophenrelevanten Aktivitäten koordinieren. Dies geschieht auch in enger Zusammenarbeit mit dem UN-Koordinator und den Mitarbeitern des UN Development Programs (UNDP).

As UNDP through its Country Office has been an important partner in disaster risk reduction activities in the country, it was the natural bridge between the national Government and UN-SPIDER. It is important to also note that this UN-SPIDER mission follows the inter-agency CADRI (Capacity for Disaster Reduction Initiative) mission of March 2017 which provided 61 recommendations on strengthening the disaster risk management (DRM) capacity in-country.

Mit dem nationalen meteorologischen Dienst, Hochschulen (Department of Geoinformatics and Surveying, Department of Geography and Environmental Science, University of Zimbabwe), Forschungseinrichtungen (Geo-Information and Remote Sensing Institute, SIRDC), dem zentralen Krankenhaus, der Umweltbehörde, der „Radiation Protection Authority“, der „Sub-Aqua Police Unit“, der „Higherlife Foundation“ und dem Roten Kreuz wurde Gespräche geführt.

Ungewohnt war es, mit Ministern eines Landes Problem zu erörtern. Interessanterweise hatte einer der Minister, Prof. Amon Murwira, nicht nur akademischen Hintergrund, sondern auch in Geoinformatik am ITC in den Niederlanden promoviert.

Insgesamt waren diese Tage und Begegnungen eine sehr interessante Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Ich hoffe, dass die Empfehlungen unseres Teams auf fruchtbaren Boden fallen und in dem politisch und wirtschaftlich sehr schwierigen Umfeld umgesetzt werden können. Vielleicht ergeben sich weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit.

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